Rentenpunkte berechnen: So funktioniert’s (2022)
Ab dem 27. Lebensjahr bekommen wir, nachdem wir mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, automatisch eine Renteninformation von der Deutschen Rentenversicherung zugeschickt.
In dieser Information sehen wir, wie hoch die Regelaltersrente aktuell ist und welchen Betrag wir ausbezahlt bekommen, wenn wir bis zum offiziellen Renteneintrittsalter auf demselben Beitragsniveau bleiben, wie die letzten fünf Jahre. Zusätzlich sehen wir, wie viele Rentenpunkte wir bisher gesammelt haben.
Was es mit diesen Punkten auf sich hat und wie diese zustande kommen, erfährst du hier.

Rentenpunkte berechnen: Wie geht das?
Für die Berechnung der Rentenpunkte teilst du die Höhe deines Jahresbruttogehaltes durch das aktuelle Durchschnittsgehalt in West- oder Ostdeutschland.
Liegt dein Jahresbrutto genau auf dem Durchschnitt, erhältst du einen Punkt. Verdienst du das doppelte des Durchschnittsgehalts bekommst du zwei Punkte angerechnet. Wer darunter liegt, bekommt die Punkte anteilig.
Was ist ein Rentenpunkt wert?
Jedes Jahr zum 1. Juli wird der Wert eines Rentenpunktes neu berechnet. Ausschlaggebend dafür sind das Verhältnis des Lohn- und Gehaltsniveaus des Vorjahres zum vorvergangenen Jahr, und die Veränderung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung und des Altersvorsorgeanteils des letzten Jahres zum vorvergangenen Jahr.
Der Wert eines Rentenpunkts in West und Ost der vergangen drei Jahre ist wie folgt:
2020: 34,19 € / 33,23 €
2021: 34,19 € / 33.47 €
2022: 35,60 € / 35,10 € (vorläufig)
Rentenpunkte berechnen nach folgender Formel
Rechenbeispiel für 2022 (Vorläufiger Wert):
Durchschnittsjahresgehalt in Westdeutschland 2022: 38 901 €
Durchschnittsjahresgehalt in Ostdeutschland 2022: 37 333 €
Beispielgehalt West: 45 000 €
Beispielgehalt Ost: 35 000 €
Formel für Westdeutschland:
45 000 € : 38 901 € = 1,157 Punkte
Formel für Ostdeutschland:
35 000 € : 37 333 € = 0,940 Punkte
Nicht nur Arbeit bringt Rentenpunkte
Rentenpunkte gibt es nicht nur für die Jahre in denen du voll in die Rentenkasse einbezahlt hast, sondern auch während der Ausbildung, für die Jahre der Kindererziehung, sowie für die Pflege von nahen Angehörigen.
Generell gilt:
- Ausbildung und Studium: ab dem 17. Lebensjahr können für max. 3 Jahre 0,75 Rentenpunkte pro Jahr angerechnet werden, also insgesamt 2,25 Punkte.
- Kindererziehung: bei Geburten vor 1992 können max. 2,5 Rentenpunkte und bei Geburten ab 1992 max. 3 Rentenpunkte pro Kind angerechnet werden.
- Pflege von Angehörigen: Hier können Rentenpunkte erworben werden, wenn bei der zu pflegenden Person Pflegestufe 2 oder höher vorliegt und diese mindestens 10 h an wenigstens 2 Tagen pro Woche gepflegt werden muss.
Die pflegende Person darf dies nicht erwerbsmäßig tun und nicht mehr als 30 h pro Woche berufstätig sein.
Fazit
Je mehr Rentenpunkte du im Laufe deines Arbeitslebens sammelst, desto mehr Rente bekommst du im Alter. Das solltest du immer im Auge behalten, vor allem dann, wenn du z. B. mit dem Gedanken spielst, deine Arbeitszeit und somit deine Rentenbeitragshöhe zu reduzieren.
Das kostet nicht nur wichtige Rentenpunkte, sondern du verringerst damit auch die Möglichkeit, bei Bedarf früher in Rente gehen zu können.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass du immer auch privat für deine Rente vorsorgst, damit du von der staatlichen Rente idealerweise unabhängig bist.
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